Pflege · Alltag
Pflege zu Hause
Die meisten pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu Hause versorgt, oft von Angehörigen. Die Pflegeversicherung hilft dabei mehr, als viele wissen.
Die wichtigsten Bausteine
Hilfsmittel
Pflegebett, Rollator, Handschuhe und mehr.
Umbau
Zuschuss für barrierearme Anpassungen.
Verhinderungspflege
Wenn die Pflegeperson ausfällt oder Urlaub braucht.
Entlastungsbetrag
Für Betreuung und Hilfe im Haushalt.
Hilfsmittel
Bei Hilfsmitteln gibt es zwei Gruppen. Technische Hilfsmittel wie ein Pflegebett, ein Lifter oder ein Hausnotruf werden oft leihweise zur Verfügung gestellt. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind Dinge wie Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel oder Bettschutzeinlagen. Für sie gibt es einen monatlichen Zuschuss der Pflegekasse.
Medizinische Hilfsmittel wie ein Rollstuhl oder Inkontinenzmaterial verordnet in der Regel die Ärztin oder der Arzt. Sie werden über die Krankenkasse abgerechnet. Frag im Zweifel bei der Kasse nach, welcher Weg für welches Hilfsmittel gilt.
Bedarf notieren
Was fehlt im Alltag? Wo ist es gefährlich, etwa im Bad oder auf der Treppe?
Bei der Kasse fragen
Pflegekasse oder Krankenkasse sagen dir, was übernommen wird und wie der Antrag läuft.
Sanitätshaus einbinden
Sanitätshäuser beraten, liefern und weisen in die Bedienung ein.
Die Wohnung anpassen
Eine bodengleiche Dusche, Haltegriffe, ein Treppenlift oder breitere Türen können den Alltag stark erleichtern. Die Pflegekasse kann solche wohnumfeldverbessernden Maßnahmen bezuschussen, wenn ein Pflegegrad vorliegt. Wichtig: Den Antrag stellst du, bevor die Arbeiten beginnen. Wer zur Miete wohnt, spricht vorher mit dem Vermieter.
Für die Umsetzung brauchst du Handwerksbetriebe, die Erfahrung mit barrierearmen Umbauten haben. Tipps zur Auswahl findest du im Ratgeber Handwerk im Haushalt.
Verhinderungspflege
Auch pflegende Angehörige werden krank, brauchen Urlaub oder haben einfach einen Termin. Für diese Zeiten gibt es die Verhinderungspflege. Die Pflegekasse übernimmt dann die Kosten für eine Ersatzpflege, zum Beispiel durch einen Pflegedienst, eine Bekannte oder andere Angehörige. Verhinderungspflege ist auch stundenweise möglich.
Voraussetzung ist ein Pflegegrad ab 2. Wie hoch der Betrag ist, wie lange die Verhinderungspflege dauern darf und wie sie mit der Kurzzeitpflege zusammenhängt, hat der Gesetzgeber zuletzt neu geregelt. Lass dir die aktuellen Regeln von der Pflegekasse oder der Pflegeberatung erklären.
Entlastungsbetrag
Alle Pflegebedürftigen, die zu Hause leben, haben Anspruch auf einen monatlichen Entlastungsbetrag. Das gilt schon ab Pflegegrad 1. Das Geld wird nicht ausgezahlt, sondern zweckgebunden erstattet. Es ist gedacht für Angebote zur Unterstützung im Alltag, etwa anerkannte Alltagshilfen, Betreuungsgruppen oder Hilfe im Haushalt.
Checkliste für die Pflege zu Hause
- Pflegegrad beantragt und Bescheid erhalten
- Pflegeberatung genutzt
- Hilfsmittel beantragt oder bestellt
- Medikamentenplan aktuell und gut sichtbar
- Notfallnummern und Ansprechpersonen am Telefon notiert
- Vertretung für Ausfälle geklärt
- Entlastungsbetrag für Alltagshilfe genutzt
Alltagshilfen und Betreuung im Dienstefinder
Fragen zur Pflege zu Hause
Kann ich Pflegegeld und Pflegedienst kombinieren?
Ja, das nennt sich Kombinationsleistung. Die Pflegeberatung rechnet mit dir aus, was für euch passt.
Wer darf Verhinderungspflege übernehmen?
Ein Pflegedienst, aber auch Bekannte, Nachbarn oder Verwandte. Für nahe Angehörige gelten besondere Regeln.
Was ist ein Hausnotruf?
Ein Gerät, mit dem die pflegebedürftige Person per Knopfdruck Hilfe rufen kann. Unter Umständen beteiligt sich die Pflegekasse an den Kosten.
Zum Arzt, zur Therapie, zum Einkaufen
Wer nicht mehr selbst fahren kann, braucht einen verlässlichen Fahrdienst. Ob die Kasse Fahrten übernimmt, klärst du vorher mit der Kranken- oder Pflegekasse.